Heilkräuter

Die Anwendung von Heilpflanzen gehört wohl zum ältesten Erfahrungsgut der Menschheit. Oft war allerdings in früheren Zeiten nicht exakte Erfahrung für die Anwendung einer Pflanze entscheidend, vielmehr bestimmten häufig magische Vorstellungen und kultische Gebräuche ihre Anwendung. So wurden beispielsweise bei Herzkrankheiten Kräuter mit herzförmigen Blättern, bei Gelbsucht Pflanzen mit gelben Blüten zur Anwendung gebracht.

Im Gegensatz dazu bewertet die moderne Heilkunde von heute den Heilwert einer Pflanze nach ihrem Gehalt an arzneilich wirksamen Stoffen. Es gibt vielerlei Stoffe dieser Art, etwa Zucker, Stärke, u. a. Kohlenhydrate, Eiweißstoffe, Skleroproteine, Fette, Wachse, Säuren, Ester, Glykoside, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Alkaloide, ätherische Öle, Alkohole, Mineralstoffe, Vitamine.

Die folgenden Seiten bringen eine kurze Beschreibung einiger besonders wichtiger Heilpflanzen, alphabetisch nach den deutschen Pflanzennamen geordnet. Der Text muss sich auf praktisch wichtige Angaben über Wirkung, Anwendung und Dosierung beschränken und verzichtet bewusst auf alle Daten, welche nur wissenschaftliche Bedeutung haben. Man kann die zur Anwendung kommenden Heilpflanzen auch selbst sammeln. Es darf jedoch nicht versäumt werden, dann die richtigen Pflanzenteile zur richtigen Zeit zu sammeln.

Das Sammelgut muss so schonend wie möglich getrocknet und gelagert werden, um Wikstoffverlusten vorzubeugen. Am besten ist es, das Sammelgut in einem luftigen, warmen Dachboden auf sauberer Unterlage flach auszubreiten und mehrmals täglich umzuwenden. Das Trocknen in praller Sonne, auf der Herdplatte oder in Kochtöpfen ist völlig ungeeignet und entwertet die meisten Heilkräuter.

Die Aufbewahrung der getrockneten Kräuter erfolgt am besten in luftdicht schließenden, trockenen Behältern aus Glas oder Blech, etwa in Einmachgläsern. Sie sind in dieser Verpackung etwa ein Jahr haltbar, dann aber durch neue, frisch getrocknete Kräuter zu ersetzen, weil auch bei schonendster Lagerung die Wirksamkeit allmählich verloren geht.